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Was bedeutet der Begriff BIM?

BIM ist eine Abkürzung und steht für Building Information Modeling, auf Deutsch Gebäudedatenmodellierung. Es handelt sich dabei um eine Software zur Planung und zum Management von Gebäuden, in der alle Prozesse von der Bauphase bis zur Bewirtschaftung zentral digital gesteuert werden und damit eine effiziente Gestaltung aller Planungsprozesse von Gebäuden auf Basis von einem digitalen Modell ermöglichen.

Wie funktioniert BIM?

Beim BIM kommen sogenannte CAD-Systeme (Computer-Aided-Design-Systems), also computergestützte Konstruktionsanwendungen, zum Einsatz. Dabei wird durch eine spezielle Software ein digitales, dreidimensionales Modell der Gebäude erstellt, das alle für Planung und Management relevanten Informationen enthält. Alle an den Projekten Beteiligten, vom Architekten über die verschiedenen Gewerke bis hin zu Unternehmen, die für das Facility Management zuständig sind, arbeiten auf der Basis dieses Modells in einer Cloud-Lösung. BIM wird vor allem bei großen Immobilienprojekten eingesetzt, um Bauprozesse zu beschleunigen und Zeit- sowie Kostenpläne einhalten zu können. Für die Koordination aller Prozesse auf Basis der Gebäudedatenmodellierung ist der BIM-Manager zuständig.

Seit wann gibt es BIM?

Ein Stichwort, das im Zusammenhang mit BIM häufig fällt, ist Autodesk. Das amerikanische Software-Unternehmen Autodesk hat den Begriff BIM entwickelt. Das Prinzip des BIM ist jedoch älter. Erste digitale Lösungen zur Bauwerkdatenmodellierung wurden schon in den 1970er-Jahren am Georgia Institute of Technology in Amerika entwickelt, wichtige Impulse kamen aber auch aus Mittel- und Nordeuropa sowie aus Japan. In Europa hat sich BIM erst nach dem Jahr 2000 verstärkt verbreitet.

Auch in Deutschland spielt BIM eine zunehmend wichtige Rolle: Im Jahr 2017 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) den Stufenplan zur Einführung von Building Information Modeling vorgelegt, der IT-gestützte Bauplanung vorantreiben sollte. Seit 2020 sind die Regelungen des Stufenplans für neue Bauprojekte in Deutschland vorgeschrieben. In anderen europäischen Ländern – wie Norwegen oder Dänemark – ist die Nutzung von BIM bereits seit 2007 gesetzlich verpflichtend. Heute existieren gesetzliche Standards für BIM-Anwendungen, die von der internationalen Organisation buildingSMART formuliert wurden. Man bezeichnet diese Standards als Industry Foundation Classes, kurz IFC.

Welche Vorteile hat BIM?

Beim Bau und der Verwaltung von Immobilien sind viele verschiedene Fachbereiche und Gewerke aktiv. Fehler und Ungenauigkeiten in der Planung und Kommunikation können dabei schnell passieren – und viel Zeit und Geld kosten. Durch die Zusammenarbeit auf Basis des BIM können viele dieser Probleme durch die Nutzung zentraler, digitaler Lösungen vermieden werden. Alle Daten des Bauwerkes werden zentral gebündelt und permanent synchronisiert. Das gewährleistet, dass alle Gewerke auf Basis derselben, aktuellen Informationen arbeiten. So kann es nicht mehr passieren, dass Beteiligte erst auf der Baustelle von wichtigen Änderungen erfahren, auf die sie sich einstellen müssen.

Alle Daten während des gesamten Lebenszyklus des Gebäudes – von der ersten Planungsphase bis zur Bewirtschaftung und regelmäßigen Wartungsarbeiten – werden kontinuierlich anhand des konsistenten Modells aufbereitet. So sind sämtliche Daten aller Bauphasen zu jeder Zeit für alle Beteiligten verfügbar. Die zentrale Bündelung aller Informationen macht den Austausch, den Kontakt und die Abstimmung zwischen den Beteiligten einfacher, transparenter und effizienter und schont damit Ressourcen. Zudem ermöglicht der optimierte Datenableich einen produktiven Planungs- und Verwaltungsprozess und gewährleistet, dass Termine und Kosten eingehalten werden.

Welche Software wird für BIM verwendet?

Es gibt viele verschiedene CAD-Systeme mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die für BIM verwendet werden können. Eine der ältesten und am meisten verbreiteten Software ist Allplan, das hauptsächlich von Architekten und Ingenieuren eingesetzt wird und sich an den Bauteilen orientiert. Das CAD-System Powerproject rückt Projektsteuerungsprozesse in den Fokus. FreeCAD ist eine frei verfügbare BIM-Software, die einen eher universellen Ansatz verfolgt.