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Was sind Hedgefonds?

Hedgefonds stellen eine besondere Form von Investmentfonds dar, die auf sehr spekulativen Strategien beruhen und dabei immer maximale Renditen anstreben. Der Anleger geht im Gegenzug aber hohe Risiken ein. Die Fonds versuchen dabei nicht etwa, einen bestimmten Aktienindex zu schlagen. Stattdessen bedienen sie sich vieler verschiedener Anlageinstrumente wie Aktien, Anleihen, Währungen, Optionen und Futures, um die höchstmögliche Rendite zu erzielen. Für einen potentiell hohen Gewinn gehen die Fondsmanager teilweise hohe Risiken ein.

Sind Hedgefonds für jeden zugänglich?

Grundsätzlich sind Hedgefonds nichts anderes als alternative Geldanlagen. Von "alternativ" spricht man deshalb, weil das Handeln der Hedgefondsanteile nicht an der Börse erfolgt, wie man es von Anleihen oder Aktien gewohnt ist, sondern lediglich einem eingeschränkten Personenkreis vorbehalten ist. Hedgefonds erfordern in den meisten Fällen hohe Mindestanlagevolumen, oftmals liegen diese jenseits der Grenze von EUR 500.000. Dementsprechend richten sich die Fondsmanager mit ihrem emittierten Fonds hauptsächlich an sogenannte high-net-worth individuals (HNWI) was im Deutschen so viel bedeutet wie vermögende Privatanleger. Neben vermögenden Privatpersonen investieren auch Lebensversicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen in Hedgefonds.

Wie funktionieren Hedgefonds?

Im Allgemeinen funktionieren Hedgefonds wie klassische Investmentfonds. Der Fondsmanager sammelt in beiden Fällen Geld von Anlegern ein und investiert in der Regel in unterschiedliche Assetklassen, beispielsweise in Aktien, Anleihen oder Währungen. Das Ziel der Hedgefonds ist immer, eine möglichst hohe Rendite für die Investoren zu erzielen. Dies geschieht unabhängig davon, wie sich der Markt entwickelt, also ebenfalls bei fallenden Kursen. Hedgefonds als Anlageprodukt wurden ursprünglich entwickelt, um die Investoren gegen Risiken sinkender Kurse abzusichern. Der Begriff Hedgefonds leitet sich aus dem englischen Wort „to hedge” ab, was übersetzt „absichern” bedeutet. In der Praxis funktioniert die Absicherung, indem entgegengesetzt laufende Optionen ins Portfolio aufgenommen werden, die ebenfalls zu Wertsteigerungen führen, falls der Kurs eines Assets fällt. Man spricht in diesem Fall auch von Leerverkäufen, die Hedgefonds berühmt gemacht haben und im Rahmen dieser Assetklasse erlaubt sind.

Was konkret unterscheidet Hedgefonds von einfachen Investmentfonds?

Hedgefonds unterscheiden sich von klassischen Anlagefonds in verschiedenen Punkten:

  • Gesetzliche Grundlagen: Herkömmliche Investmentfonds sind reguliert durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Single-Hedgefonds sind dagegen unregulierte Produkte, die nur wenigen Regeln der Finanzaufseher nachkommen müssen. Hedgefondsmanager sind also weitgehend frei in der Wahl der Finanzprodukte für den jeweiligen Fonds und auch in der Höhe des Risikos der Anlage. Selbstverständlich gelten aber auch für Hedgefonds Regeln. Eine dieser Regeln ist zum Beispiel das Verbot des Insiderhandels, was Anleger vor Kursmanipulationen schützen soll. Das bedeutet, dass es auch Hedgefondsmanagern untersagt ist, Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen, wenn die Transaktion motiviert ist durch nicht öffentlich zugängliche Informationen. Leider halten sich nicht alle Hedgefondsmanager an dieses Verbot. Dies zeigt der Fall des US-Amerikaners Steven Cohen, dem Gründer des Unternehmens S.A.C Capital (SAC). Er wurde im Jahr 2013 zu einer Strafe in der Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar wegen Insiderhandels verurteilt.

  • Anlageklassen: Bei Hedgefonds gibt es keine Einschränkungen der Assetklassen. Investmentfonds beschränken sich hingegen, abhängig von der Fondsstrategie, auf wenige Assets.

  • Verfügbarkeit: Die Verfügbarkeit, also die Liquidität des jeweiligen Fonds, ist ein weiterer Unterschied. Hedgefonds sind geschlossene Fonds. Die Anteile der Fonds werden nicht an der Börse gehandelt und das eingesetzte Kapital des Investors ist in der Regel auf mehrere Jahre im Fonds gebunden.

  • Leerverkäufe: Leerverkäufe tätigen, also auf fallende Kurse setzen, ist bei Hedgefonds eine verbreitete Strategie. Bei herkömmlichen Investmentfonds sind Leerverkäufe verboten. Bei Leerverkäufen handelt es sich um den Verkauf von Basiswerten, die der Verkäufer nicht besitzt. Er leiht sie stattdessen aus und gibt sie zu einem vereinbarten Zeitpunkt wieder zurück. Dahinter verbirgt sich die Absicht, die Basiswerte später günstig an der Börse zu kaufen. Die Differenz zwischen tatsächlichem Einkaufspreis und dem Verkaufspreis an den Makler, der die Basiswerte geliehen hat, ist der Gewinn bei einem Leerverkauf. Wird dieses Prinzip im großen Stil angewendet, kann dies zu einer erheblichen Beeinflussung des Marktes führen.

Wie groß ist der Einfluss von Hedgefonds?

Obwohl es nur eine begrenzte Anzahl an Personen gibt, die in Hedgefonds investieren können, verwalten Hedgefonds weltweit ein gewaltiges Kapitalvolumen. Schätzungsweise 1,9 Billionen US-Dollar werden derzeit von Hedgefonds weltweit verwaltet. Daraus kann man ableiten, dass Hedgefonds einen ganz erheblichen Einfluss auf Staaten, Unternehmen und auf unser Wirtschaftssystem haben.