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Was ist die Tilgung genau?

Als Tilgung bezeichnet man die Rückzahlung einer Darlehenssumme oder die Begleichung von anderweitigen Schulden bei einem Gläubiger. Damit ist die Tilgung ein wichtiger Begriff des Kreditwesens und ein maßgeblicher Bestandteil von vielen Finanzgeschäften mit Banken, Kreditinstituten oder privaten Kreditgebern.

Wie die Rückzahlung von Darlehen funktioniert

Wer ein Darlehen aufnimmt, muss das geliehene Geld irgendwann zurück zahlen. Diese Rückzahlung wird als Tilgung bezeichnet. Bei fast jedem Kredit werden auch Zinsen fällig, dieser Zinsanteil muss zusätzlich zu der Tilgung beglichen werden. Dasselbe gilt für weitere Kosten, die in Verbindung mit einem Darlehen stehen. In der Praxis sorgt dies oft für Verwirrung, wenn bei Kreditraten nicht zwischen Tilgung, Zins und weiteren Kosten unterschieden wird. Getilgt ist eine Schuld, wenn das gesamte Darlehen plus eventueller Zinsen und weiterer Kosten zurück gezahlt ist. Bei einem Konsumkredit kann dies bereits nach wenigen Monaten sein, bei einer Baufinanzierung beträgt die Dauer der Tilgung dagegen meist viele Jahre oder sogar Jahrzehnte.

Was ist der Unterschied zwischen Tilgung und Gesamtschuld?

Die Tilgung bezeichnet die Rückzahlung des geliehenen Kreditbetrages und ist damit nur ein Teil  der Gesamtschuld. Der Kreditgeber erhält als Gegenleistung für Bereitstellung des Kreditbetrages und des damit verbundenen Ausfallrisikos zusätzlich zur Kreditsumme in der Regel auch einen Zinsanteil. Der Zins wird meist prozentual aus der Kreditsumme errechnet und auf die Kreditsumme aufgeschlagen. Teilweise werden im Kreditvertrag zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber auch weitere Kosten geregelt, beispielsweise Bearbeitungsgebühren oder Kosten für Sondertilgung, wenn größere Beträge außerplanmäßig getilgt werden können. Bei vielen Darlehensformen wird die Tilgung in Form einer regelmäßigen Rate gezahlt, die über die Darlehensdauer aufgeteilt wird. Die Rate setzt sich meist aus Tilgung, Zinsanteil und gegebenenfalls weiteren Kosten zusammen.

Welche Formen der Tilgung gibt es?

Es gibt verschiedene Arten, einen Darlehensbetrag oder eine Schuld zu tilgen. Bei vielen Krediten wie dem Privatkredit, der Finanzierung einer Immobilie, einem Hypothekenkredit oder auch einem Investitionskredit wird ein Tilgungsplan erstellt, der die regelmäßige, meist monatliche Zahlung einer Kreditrate vorsieht. Es gibt aber auch Darlehensformen ohne regelmäßige Rate. Grundsätzlich unterscheidet man folgende Formen der Tilgung:

  • Ratenkredit: Bei diesem Kredit werden regelmäßige Raten gezahlt, die sowohl Tilgung als auch Zinsen beinhalten. Dabei sinkt die Höhe der Rate kontinuierlich, da der Tilgungsanteil gleich hoch bleibt, der Anteil der Zinsen aber während der Laufzeit durch die sich kontinuierlich verringernde Restschuld sinkt.

  • Annuitätendarlehen: Das Annuitätendarlehen wird vor allem bei der Baufinanzierung häufig verwendet. Hier bleibt die Rate gleich hoch, so dass der Tilgungsanteil kontinuierlich steigt, während der Zinsbetrag aufgrund der sich reduzierenden Restschuld sinkt.

  • Endfälliger Kredit: Anders als beim Ratenkredit oder beim Annuitätendarlehen wird der Darlehensbetrag beim endfälligen Kredit nicht in regelmäßigen Raten bezahlt. Statt dessen ist die Tilgung der Restschuld zu einem bestimmten Stichtag fällig.

  • Kontokorrentkredit: Diese Art von Kredit wird häufig für Geschäftskonten eingeräumt, auch der Konto-Dispo bei privaten Girokonten ist ein Kontokorrentkredit. Dabei fallen Zinsen an, solange die Darlehenssumme nicht getilgt wurde, die Gesamtschuld kann aber jederzeit in beliebiger Höhe zurück bezahlt werden.

  • Ballonkredit: Der Ballonkredit kommt häufig bei der Finanzierung von Personenkraftwagen vor, bei denen ein Großteil der Tilgung durch eine Schlussrate zurück gezahlt wird. Beim Ballonkredit gibt es zwar einen Tilgungsplan, aber keine regelmäßige und konstant hohe Tilgungsrate.

Was geschieht, wenn es zu Störungen bei der Tilgung kommt?

Die Tilgung ist maßgeblicher Bestandteil aller Kreditgeschäfte und Finanzierungen. Bei mangelnder Liquidität des Kreditnehmers kann es aber zu Tilgungsstörungen kommen. Bei Baufinanzierungen ist dies beispielsweise häufiger der Fall, wenn unvorhersehbare Ereignisse wie eine Arbeitslosigkeit oder eine Erkrankung eintreten. Da ein solcher Kredit über einen Zeitraum von vielen Jahren zurückgezahlt wird, ist das Risiko für das Eintreten von Tilgungsstörungen relativ hoch. Wer seine Kreditrate nicht bedienen kann, sollte schnellstmöglich Kontakt zum Darlehensgeber aufnehmen. Nach Rücksprache mit der Bank kann häufig eine vorübergehende Aussetzung der Tilgungsrate für die Baufinanzierung vereinbart werden, man spricht hierbei auch von Stundung.

Dabei werden die fälligen Raten nicht erlassen, sondern nur aufgeschoben. Beide Parteien können eine neue Tilgungsvereinbarung aushandeln, die für den Kreditnehmer besser bedienbar ist. Dabei kann zum Beispiel die Dauer des Darlehens verlängert werden, so dass sich die einzelnen Kreditraten reduzieren. Dies ist für den Kreditnehmer jedoch nicht nur vorteilhaft, denn in der Regel erhöht sich durch ein länger laufendes Darlehen auch die Summe der Zinsen, die an die Bank gezahlt werden müssen, so dass die Gesamtschuld bei der Bank höher wird.

Wie beeinflussen sich Kreditlaufzeit, Zinsen und Tilgung gegenseitig?

In der Regel reduziert eine hohe Tilgungsrate und eine kurze Kreditlaufzeit den Zinssatz, während eine niedrige Tilgungsrate und eine lange Laufzeit eines Darlehens die Summe der gezahlten Zinsen und damit auch die Gesamtschuld erhöhen - der Kredit wird also teuerer. Bei Immobilienkrediten und Baufinanzierungen kann auch die Zinsfestschreibung über die Dauer von mehreren Jahren den Zinssatz erhöhen.