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Wie funktioniert die Geldanlage mit Unternehmensanleihen?

Unternehmen müssen sich ständig weiterentwickeln und benötigen für ihre Investitionen frisches Kapital. Eine Möglichkeit, an Fremdkapital zu gelangen, sind sogenannte Schuldverschreibungen beziehungsweise Unternehmensanleihen. Sie werden auch als Industrieanleihen oder Corporate Bonds bezeichnet. Für Investoren sind Unternehmensanleihen ähnlich wie Staatsanleihen ein Finanzprodukt zur Geldanlage: Sie stellen den Unternehmen Kapital zur Verfügung und erhalten im Gegenzug Zinsen. Unternehmensanleihen gehören zu den Wertpapieren. Anders als Aktien sind Unternehmensanleihen aber festverzinslich und haben eine fest vereinbarte Laufzeit.

Warum geben Unternehmen Anleihen aus?

Unternehmensanleihen gibt es schon seit hunderten von Jahren. Will ein Unternehmen expandieren, neue Geschäftsbereiche erschließen, größere Investitionen tätigen, Forschungen durchführen, neue Produkte entwickeln oder die Liquidität gewährleisten, muss es sich Kapital beschaffen. Mit Unternehmensanleihen können Unternehmen sich von privaten Investoren Geld leihen. Bankkredite sind oft mit umfangreichen Prüfungen verbunden und an Bedingungen geknüpft. Unternehmensanleihen können hier eine für Unternehmen sinnvolle Alternative oder Ergänzung darstellen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Anleihe und einer Aktie?

Wenn ein großes Unternehmen Kapital beschaffen möchte, kann es sich in eine Aktiengesellschaft umwandeln und börsennotierte Aktien ausgeben. Die Käufer dieser Aktien, die Aktionäre, werden Miteigentümer des Unternehmens und haben damit auch ein Mitspracherecht. Das Unternehmen muss also einen Teil seiner unternehmerischen Freiheit aufgeben. Bei der Kapitalbeschaffung durch eine Anleihe muss das Unternehmen seine Rechtsform nicht ändern. Die Geldgeber werden keine Miteigentümer und das Unternehmen bleibt in seinen Entscheidungen autonom.

Auch für Geldanleger gibt es einen großen Unterschied zwischen Unternehmensanleihe und Aktie. Durch die Ratings von Agenturen hat der Anleger die Möglichkeit, die Bonität des Unternehmens einzuschätzen. Im Unterschied zum Aktienkauf profitieren Anleger aber nicht vom Erfolg des Unternehmens in Form von Kurssteigerungen oder Dividenden – sie erhalten lediglich die zuvor vereinbarten Zinsen. Jedoch haben sie einen Anspruch auf diese Zinsen, während es bei Aktien auch zu Kursverlusten kommen kann oder die Dividenden reduziert oder gestrichen werden können.

Wie kann man Unternehmensanleihen kaufen?

Um Unternehmensanleihen zu kaufen, benötigt man ein Bankdepot. Das kann man heute einfach online eröffnen. Die Anleihen können bei einem Broker gekauft werden. Wie auch bei Aktienfonds fallen auch bei Unternehmensanleihen diverse Kosten an, beispielsweise Transaktionskosten beim Kauf oder Verkauf an der Börse sowie Gebühren für den Broker. Neben dem Kauf von einzelnen Corporate Bonds können Investoren auch in Fonds investieren, die das Geld auf verschiedene Anleihen aufteilen.

Welche Vorteile haben die Anleihen für Investoren?

Gegenüber Aktien haben die Anleihen den Vorteil, dass sie durch die feste Verzinsung eine relativ sichere Rendite erwirtschaften. Anleger müssen keine Kursschwankungen befürchten, wie es bei Aktien der Fall ist.

Welche Nachteile haben Unternehmensanleihen für Anleger?

Unternehmensanleihen haben für Anleger jedoch auch mehrere Nachteile:

  • Risiken: Bei einer Insolvenz des Emittenten droht ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Zudem können Unternehmen versuchen, bei einer finanziellen Schieflage im Nachhinein die fest zugesicherten Zinsen zu verhandeln. Einzelne Unternehmensanleihen sind für private Anleger daher meist riskanter als beispielsweise Staatsanleihen. Investoren sollten also vor allem auf das Rating und die Rücklagen des Emittenten achten.

  • Transparenz: Konditionen der Anleihen sind - insbesondere für Investoren mit wenig Vorerfahrung - oft schwierig zu durchschauen. Laufzeit, Tilgung, Verzinsung, Sicherheiten, Gläubigerschutzklauseln und Kündigungsrecht von Anleihen sollten geprüft werden.

  • Renditen: Hohe Renditen korrelieren in der Regel auch mit hohem Risiko. Überdurchschnittlich hohe Renditen lassen sich meistens durch Anleihen von Unternehmen mit schlechterer Bonität erzielen. Bei diesen ist aber auch das Risiko besonders hoch. Mehr Sicherheit bietet ein Fonds, der das Kapital breiter in verschiedene Anleihen investiert und das Risiko durch die Diversifikation senkt.

  • Mindestanlagesummen: Die Mindestanlagesummen bei Anleihen sind relativ hoch. Häufig müssen Anleger mit einem Mindestinvest von 1.000 Euro rechnen, so dass relativ viel Kapital notwendig wäre, um eine entsprechende Risikostreuung zu erreichen.